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Förderverein  Burg 
Neurandsberg e.V.

Auszug aus Chronik des Landkreises Straubing-Bogen

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[...]Als Musterbeispiel für eine kleinere Ritterburg des 14. Jahrhunderts kann die Ruine Neurandsberg bezeichnet werden. Die Flächenburg auf einem mäßig steilen Berg bestand in ihrem Kern aus einem Wohn- und Repräsentationsbau, dem Burghof, dem Hauptturm und einer Mauer. Das eine oder andere schlichte Gebäude aus Holz mag als Stallung oder als Wohngebäude für Bedienstet~ errichtet worden sein. Das Herrschaftshaus bildete mit drei Außenwänden gleichzeitig einen Teil der Ringmauer, die als älteste und einfachste Form der steinernen Befestigung den Burgraum umschloß. Im südlichen Teil des Wohnbaus finden sich im oberen Bereich vier große Fensteröffnungen, die ursprünglich wohl mit starken eichenen und blechbeschlagenen Läden, eventuefI mit Schießscharten, abgeriegelt werden konnten. Diese Fenster deuten auf einen Saal im Obergeschoß, den Mittelpunkt des höfischen Lebens auf einer Burg, Hauptteil des Palas. In Neurandsberg waren die Wohnräume des Burgherrn und seiner Familie mit dem Palas vereint. [...]

Quelle: Werner Schäfer, Burgen und Schlösser im Landkreis Straubing-Bogen, Chronik Landkreis Straubing-Bogen

Schwerverbrechergefängnis Neurandsberg

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Im 16. und 17. Jahrhundert wurde die Burg Neurandsbergs für einige Zeit als Gefängnis für Schwerverbrecher genutzt, ähnliche der heutigen Justizvollzugsanstalt in Straubing:

Das entsprach seinem [Herzog Maximilians] praktischen und haushälterischen Charakter, während die Juristen in den landesherrlichen Kollegien und an der Universität Ingolstadt sich als Verfechter . eines fortschrittlichen Strafvollzugs äußerten. Als 1607 die Universität Ingolstadt wieder einmal in einem Gutachten auf ewige Freiheitsstrafe plädiert hatte, griff Maximilian ein. Er untersagte der Universität in Zukunft die Verhängung von lebenslangen Freiheitsstrafen! In ihrer Antwort vom 25. April 1607 verteidigte die Universität ihre bisherige· Praxis: Sie habe sich immer nur dann für lebenslängliche Gefängnisstrafen entschieden, wenn die Landesverweisung (relegatio) oder die Prügelstrafe (fustigatio) ungenügend, die Todesstrafe aber zu hart gewesen wäre. Die Landesverweisung sei im übrigen ohne Wirkung. Die Universität legte dem Herzog nahe, neue Strafen zu verordnen, die an Stelle der lebenslänglichen Gefängnisstrafe verhängt werden könnten und die in ihrer Wirkung zwischen fustigatio und Todesstrafe liegen würden.234

Angesichts dieses Dilemmas, nämlich der tatsächlich vorhandenen großen "Straflücke" , die zwischen Landesverweisung und Hinrichtung klaffte, konnte sich Herzog Maximilian mit seinem Wunsch nach Abschaffung der lebenslänglichen Gefängnisstrafe nicht grund­sätzlich durchsetzen. 235 Deren Vollziehung dürfte jedoch nicht selten an einem geeigne­ten Gefängnis gescheitert· sein.' Am 7; Juli 1620 ermächtigte der Hofrat die Stadt Ingol­stadt, eine wegen Hexerei inhaftierte Frau „ad perpetuos carceres" zu verurteilen. Die Verurteilung sollte allerdings nur dann erfolgen, wenn die Frau weiterhin kein Geständ­nis ablegte und wenn dieStad über einen geeigneten Verwahrungsort verfügen würde.236 Kurze Zeit später wandte sich die Stadt Ingolstadt an den Hofrat und fragte nach, wer eigentlich die Kosten für diese ewige Gefängnisstrafe tragen sollte, nachdem die Delinquentin nicht über ein eigenes Vermögen verfügen würde!

Für die Verhängung längerer ·und lebenslanger Freiheitsstrafen (condemnatio ad perpetuos carceres) standen im Herzogtum Bayern also offensichtlich kaum geeignete Gefängnisse zur Verfügung. In den Quellen wird in diesem Zusammenhang öfters die Burg Neurandsberg (Neuen Rampsberg, Hohen Rampsperg) in der heutigen Gemeinde Rattenberg (Landkreis Straubing':Bogen) gemannt, die seit etwa 1475 landesherrlich war und von einem eigenen (Burg)pfleger betreut wurde. 1566 erhält ein Amtmann erhebliche Verpflegungskosten vom Hofzahlamt ersetzt, weil er von München aus einen Gefangenen nach Neurandsberg gebracht hatte.237 1569 lesen wir, daß sich die Stadt Landshut gegenüber dem Hofrat bereit erklärt, einen Delinquenten, der für die Sicherheit ihrer Bürger offenbar eine Gefahr darstellte, auf eigene Kosten nach Neurandsberg bringen zu lassen und dort zu verpflegen.238 In ähnlicher Weise bittet die Stadt München im Jahre 15~8 den Herzog, einen Gefangenen nach Neurandsberg bringen zu dürfen, "damit menigclich vor disem Menschen (der gar viI böser Throreden auszeucht und dermaßen beschaffen ist, das er dieselbigen ins Werckh ziehen darft) versichert were. "239 Seit 1582 wurden in Neurandsberg neue Gefängnisse eingebaut und 1601 hören wir von einem zu lebenslangem Kerker ver­urteilten Delinquenten, der vom Kranzberger Amtmann über Freising nach Neurandsberg geführt werden sol1.240 1605 wird eine gewisser Balthasar Alhartinger, ein . "contumazi­scher Paur von München aus nach Neurandsberg gebracht.241

1609 sucht dann·der Landesherr nach einem Ersatz für das ferne Neurandsberg. Er beauftragt den Münchner Magistrat, ihm einen Ort 'zu nennen, wo er ein Gefängis für die zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilten Verbrecher einrichten könne. Das Gefängnis sollte an einem geheimen Ort entstehen, zu dem nur Priester Zutritt gehabt hätten. Der Plan kam nicht zur Ausführung, 242 obwohl 1610 Neurandsberg geräumt worden ist. Die Delinquenten wurden von der Regierung Straubing in den Falkenturm nach München geschafft.243

 

Als im Juli 1610 der Bannrichter einen Delinquenten aus dem Landgericht Kranzberg "ad perpetuos carceres" verurteilte, erhielt er vom Hofrat eine Ermahnung: Er hätte wissen . müssen, daß eine' solche Verurteilung nur "ex gratia" und mit Einwilligung des Hofrats geschehen könne. Darüber hinaus hätte man "die ewige Fennkhnus" zu Neurandsberg "abgeschafft; andere seien derzeit nicht verfügbar.244

 

234 BayHStA GR Fasz. 324 Nr. 25.

235 ChristeI, S. 123, meint fälschlicher Weise, daß 1607 die Gefängnisstrafe insgesamt abgeschafft worden ist. Die Diskussion ging aber nur ·um die lebenslängliche Gefängnis­strafe. Aber auch diese wurde im Prinzp beibehalten. Irrig auch Riezler, Bd. 6, S. 112.

236 BayHStAKfIR159,Bl. 33 v f.

237 BayHStA KHR 11, BI. 338 v.

238 BayHStA KHR 2, BI. 4 v (28. März 1569)

239 BayHStA! Geheimes Landesarehiv 1505, BI. 287

240 BayHStA Kurbayem Äußeres Archiv 410, BI. 4; vgI. auch BayHStA HZR 50" BI. 465, wo die Bezahlung für den Amtmann ausgeworfen ist, weil er den Georg Schäffer in die Gefängnisse "für den Wald" gebracht hatte.

241 BayHStA HZR 54, BI. 385

242 Schanenhofer,Rathaus, S. 300

243 BayHStA KHR 81, BI. 2 (2. Januar 1610) und KHR 82, BI. 57 (23. April 1610) 244 BayHStA KHR83, BI. 93 v (2. August 1610) .

Urkundliche Nennungen von Ramspergern und Ramsperg im Zeit- und Namensspiegel

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1272 Herzog Heinrich schlichtet einen Streit zwischen dem Kloster O. und Friedrich von Ramsperg (Friedericus de Ramsperch) wegen drei Huben zu Hubing.

1289 Heinrich von Ramsperg verpflichtet sich dem Kloster W. gegenüber zur Schenkung von vier Gütern (u.a. in Nidernperhartzdorf / Unterperasdorf).

1298 derselbe Heinrich schenkt für den Bau einer Kapelle im Kloster W. u.a. ein Gut in Nider­perhartzdorf.

1300 In Moosbach und im östlichen Teil der Pfarrei entwickelt sich eine Hofmark (ausgestattet mit der niederen Gerichtsbarkeit), die sich zunächst in der Hand der Ramsperger befindet (später verkauft an die Nußberger und 1453 Weiterverkauf an Herzog Albrecht 111).

1318 Die nby. Herzöge überweisen ihrem Viztum Heinrich dem Ramsperger und dessen Bruder jährlich acht Kar Hafer aus dem Marchfutter zu Moosbach. Die Pfarrei Moosbach ist eine Grenzpfarrei gegenüber dem Herrschaftsbereich der Bogener zur Mark Cham; Moosbach ist u.a. "Marchfutterort". (Marchfutter / Pferdefutter ist eine Art Heersteuer in Grenz- / Markgebieten ).

1331 In einer Landtafel des Gerichts Cham lautet der Eintrag zunächst: "Ramsperg" und dann weiter: "Fridrich Ramsperger ein newe veste'~ Die Besitzteilung hat also bereits hier ihren Niederschlag gefunden. In einem anderen Zusammenhang spricht ein Niklas Ramsperger von der Erbauung eines neuen Schlosses in Neurandsberg durch seinen verstorbenen Vet­ter Friedrich dem Ramsperger.

1362 Todesjahr von Hiltprand Ramsperger, dem Bruder des Erbauers der Burg Neurandsberg, dessen Grabstein in der Friedhofskapelle in Rattiszell eingemauert ist; im dortigen Relief ist das schöne Wappen der Ramsperger (mit Helm, Helmzier und Decken) zu sehen.

1369 Jan der Ramsperger wird als herzoglicher Pfleger auf Saulburg genannt.

1374 Heinrich der Ramsperger tritt (ebenso wie nochmals in 1390) in Urkunden auf; ebenso seine Witwe Lucia im Jahre 1397.

1386 Karl der Ramsperger zu Adldorf verkauft dem Kloster W. zwei Eigengüter, darunter eines, das er von seinem verstorbenen Bruder Hiltbrand, dem Ramsperger zu Ramsperg, erlangt hat.

1389 Die Witwe von Berthold Ramsperger schenkt auf Rat ihrer Vettern ihren Hof in Panholtz (bei Landasberg) als Seelgerät für ihren verstorbenen Mann an das Kloster Windberg.

1390 Es ist vom Siegel eines "Korl dez Ramsperz zw Ramsperkch, di zeit gesezzen zw Satelbogen"die Rede.

1391 ist Karl der Ramsperger Pfleger des Gerichts Mitterfels.

1393 Hartprecht der Ramsperger ist Pfleger des Gerichts Mitterfels.

1393 und 1394 ist der Mitterfelser Richter Hans der Ramsperger zu Hofdorf überliefert.

1400 Michel der Ramsperger zu Gossersdorf wird in einem Gerichtsbrief genannt; er ist nach 1410 in Konzell begraben.

1401 Seitz der Ramsperger zu Ramsperg kauft zwei Güter bei Degenberg (Mitsiegier dabei ist Heinrich der Ramsperger);

1402 werden diese Güter als Seelgerät für den verstorbenen Ritter Hartprecht von Ramsperg an das Kloster W. gegeben.

1401 Friedrich der Ramsperger verkauft an die Nußberger zu Kollnburg mehrere Güter.

1402 Seyfrid zu Ramsperg kauft einen Hof in Albertsried.

1414 Friedrich der Ramsperger und seine Frau geben einen verpfändeten Hof in Maulendorf wieder an das Kloster O. zurück.

1419 Kaspar Ramsperger tritt als Inhaber der Hofmark Gossersdorf auf (auch noch im Jahre 1425 als Hofmarksherr verzeichnet); 1446 ist Martein Ramsperger (verschuldet), wenig später, 1453 Haimeran Heuraus Inhaber von Gossersdorf.

1429 Ritter Friedrich Ramsperger zu Neuenramsperg wird namentlich erwähnt.

1440 Niklas der Ramsperger wird i.Z.m. einer Urkunde in Wolfersdorf genannt.

1443 Andre der Ramsperger ist als Pfleger auf Schönstein nachgewiesen.

1446 Johann Ramsperger, Domherr zu Regensburg (verstorben 1450, Reliefbildnis im Dom kreuzgang in Regensburg), verkauft dem Herzog Albrecht III sein Eigengut samt Hofmark und Gericht in Lindenau, wie er, sein Bruder Jan und all ihre Vorfahren es inne hatten. 1474 überschreibt Andreas Ramsperger an die Wittelsbacher den restlichen Anteil der Hofmark Lindenau.

1453 Jorg Heuraus zu Neurandsberg wird in einer Verkaufsurkunde genannt.

1457 Jörg von Sattelbogen wird als Burgpfleger in Neurandsberg genannt.

1461 Hans Swanser tritt als Burgpfleger in Erscheinung; nach ihm hat G. von Sattelbogen dieses Amt inne.

1474 Stephan der Dornsteiner (Donnerstein 7) wird als Pfleger zu Neurandsberg angegeben.

1495 Wilhelm Nußberger zu Brennberg ist bis 1498 Pfleger zu Neurandsberg.

1523 In einer Streitsache des verstorbenen Pflegers Jorg Amann zu Ramsperg geht es um ei­nen Hof zu Auggenbach (zwischen den Hofmarken Altrandsberg und AuggenbachjHaidt­samt Taferne und Bräuhaus - bestehen enge Besitzzusammenhänge).

1475 Anlässlich einer Erbteilung erhält Albrecht Nothaft von Wernberg neben anderem den Be­sitz Ramsperg mit der Herrschaft Haibach.

Geschichtlicher Überblick

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Um 1330 errichtete Friedrich der Ramsperger zu Altenramsperg auf dem südlich gegenüberliegen­den Bergkegel, nur etwa zwei km von der Stammveste entfernt, als Sitz einer Nebenlinie der Ramsperger, die Burg Neuenramsperg. Dies ist aus dem Eintrag von 1331 in der Landtafel des Gerichts Cham zu entnehmen, wo der Eintrag zuerst lautet: "Ramsperg" und daran anschließend "Friedrich Ramsperger ein newe veste". Hier hat also eine Besitzteilung ihren Niederschlag gefun­den. Auch aus einer Urkunde späteren Datums ist von der Erbauung eines neuen Schlosses in Neu­randsberg durch Friedrich dem Ramsperger die Rede.

Mitte des 15. Jh. begehrten Ritter des Strau­binger Umlandes und Edelleute aus dem Bay­er. Wald gegen ihren Herzog auf (unter ihnen auch Ritter Friedrich zu Neuenramsperg). Der Herzog sollte ihnen die Unkosten ersetzen, die ihnen bei den Kreuzzügen gegen die Hussiten entstanden waren. Die Herzöge aber hielten sich zurück, hatten sie doch selbst im Streit um Herrschaft und Erbe zu tun. Die Ritter a­ber wurden ungeduldig und lehnten sich mehr und mehr gegen den Herzog auf. Offensicht­lich noch bevor sich die Ritterschaft 1466 zum "Böcklerbund" gegen den Herzog organisierte, beauftragte dieser den Haimeran Heuraus, der sich noch 1433 im Kampfe gegen die Hussiten hervorgetan hatte, mit der Wegnahme der Burg Neuenramsperg, die fortan in landes­fürstlichem Besitz verblieb. Auch viele andere Burgvesten wurden später vom Herzog gegen die aufständischen Böcklerritter in Besitz ge­nommen (z.B. Kollnburg, u.a.).

Die Herzöge Johann und Sigmund besuchten an­lässlich einer Landesbereisung 1461 die zuvor weggenommene Veste Neuenramsperg. Burg­pfleger (Verwalter) war zu dieser Zeit Hans Swanser. Später wurde die Burgpflegerschaft von einem Sattelbogener, von einem Don­nersteiner und einem Nußberger wahrgenom­men.

1582 wurden an die westliche äußere Zwin­germauer drei Gefängnisse angebaut (süd­westlich von dem "grosß Thurm in dem Sch/oß'~ dem Bergfried). Die Burg diente an­schließend für kurze Zeit als Gefängnis für Schwerverbrecher und sonstiges unlauteres Gesindel. 1615 wurde das Gefängnis dann aufgelassen und die Straftäter nach Mitterfels überführt. Im Schwedenkrieg 1633 wurde die Burgveste eingenommen und zerstört. Es wird berichtet, dass sich die Schweden hierbei auf dem sogenannten "Gfällfeld" bei Un­tergschwandt verschanzten und die Burg einen Tag belagerten. Länger konnte die Burg nicht verteidigt werden. Seither ist sie nur mehr eine Ruine.

1698 erging vom Mitterfelser Pflegskommissär Erttl an den Kurfürsten Max Emanuel die Bitte, die unterhalb der zerstörten Burg stehende Holzkapelle abtragen und erweitern zu dürfen, weil ansonsten die sich stark neigende Schlossmauer das Kirchlein samt Zubehör zu erschlagen drohe. Es wurde vorgeschlagen, der Kurfürst möge gestatten, dass auf die noch guten westlichen Burgmauern eine neue Kirche gebaut werde, die als eine gar wohl bequemliche Schlosskapelle dienen könnte. Obwohl das Planvorhaben (Kirche mit 37 Schuh Breite und 60 Schuh Länge) vom kur­fürstlich geistlichen Rat genehmigt wurde, wurde die Kirche letztlich doch nicht in der BurgrUine erbaut, sondern östlich davon am Berghang, wo schon die alte Kapelle gestan­den hatte.

Der Viztum (Stellvertreter des Herzogs) zu Straubing hat im Jahre 1795 eine Gesamtbe­schreibung seines Amtsbezirks herausgege­ben, der durchaus ein amtlicher Charakter zu­zusprechen war. Darin ist unter dem Landge­richt Mitterfels - irrtümlicherweise - Neu­randsberg immer noch mit einem "kurfürstli­chen Schloss der Kurfürstlichen Durchlaucht" eingetragen, obwohl die Burg seit dem Schwedenkrieg bereits eine Ruine war.

Niedergang der Ramsperger

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Nach dem erfolgreich abgeschlossenen Hussitenkrieg werden die Ramsperger bald in eine Adelsfehde verwickelt, was sowohl bei ihnen als auch allen anderen Rittergeschlechtern durchaus der Fall sein konnte. Für tatsächlich oder ver­meintlich erlittenes Unrecht kann im Mittelalter jede Adelsfamilie zusammen mit den Verwandten und Freunden ei­nen Fehdekrieg führen, wobei jeglicher Besitz des Gegners zerstört und ver­nichtet werden kann. Die Herren auf Altrandsberg unterstützen in dieser Auseinandersetzung Herzog Johann von Pfalz-Neumarkt gegen Heinrich Nothaft von Wernberg. Die Fehde wird am 13. Juni 1437 von dessen Bruder, Pfalzgraf Otto I. von Pfalz-Mosbach, mit einem Schiedsspruch friedlich beige­legt, worin es heiße:

Wir Ott von Gotts gnaden Pfaltzgrave by Rine und Hertzog In Beyern Beken­nen und thund kunt offenbaren inn dißen brieve Als Spenne und zweyunge gewest sind zwischen dem hochgebornen fursten Hern Johannsen Pfaltzgra­ven by Rine und Hertzugen in Beyern/ unserm Lieben Bruder an einem/ und unserm Lieben getrewen Heinrich notthafften von Werremberg Rittern an dem anndern teyle darumb sie off heit datum diß brieffs/ einen gutlichen dag vor uns/ und ettlichen unnern und der Pfaltz trefflichen Reten geleystett hannd und als der obgnt. unnser Lieber Bruder Hertzug Johanns Heinrich notthafften obgnt. zugesprochen hat! Zum ersten als von des uberzugs we­gen So der obgnt. Heinrich notthafft vorzeiten uber die Ramßperger und fur das Slosse Ramsperg gethan habe uber und widder solche verkerte und an­sagen / So derselbe Heinrich Nothaft dem obgntn. unsern Lieben Bruder Hertzug Johannsen gethan/ und yme als er meynt versprochen soll han solehs nit zuthund und auch von der Losung wegen des Slosses Beylstain das des obgntn. unnsers Lieben Bruder eigenthum sy daran yme der ognt. heinrich Nothaft gelrret habe ...

In der gütlickett In maßen hernach geschrieben stet Zum ersten unb alle sol­che kosten und schaden wie der obgnt. unnser Lieber Bruder Hertzug Jo­hanns die/ des obgntn. Heinrich Nothaft halben als er meynt genommen und gelietten hat! es sy von der Ramsperger oder von annder sachen wegen auch fur anndern unwillen ... das derselbe Heinrich notthafft dem obgntn. unsern Lieben Bruder Hertzug Johannsen ... den gantz Jare nechst nach datum diß brieffs nacheinander folgende sall zwentzigst gewapent und mit zwentzig pferden zu allen Im kriegs sachen und geschefften wann sie das an Ime gesynnen und yne alls ermanet off des obgntn. unsern Lieben Bruder Hertzug Johannsen und siner erben kosten ...

Heinrich Nothaft von Wernberg hat also offensichtlich in dieser Fehde sowohl die Ramsperger geschädigt als auch ihr Schloss evtl. belagert. Ihm wird dafür eine empfindliche Buße auferlegt, denn er muss Herzog Johann 20 bewaffnete Reiter zur Verfügung stellen, wann immer es diesem beliebt. Von einer Entschädigung für die Ramsperger wird allerdings nicht ge­sprochen, so dass sie diese bereits von dem befreundeten Pfalzgrafen erhalten haben oder sogar leer ausgegangen sind.

Auf jeden Fall werden die Ramsperger durch diese Fehde erheblich geschädigt und es gelingt ihnen auch nicht mehr, sich von diesem Schlag zu erholen. Sie können es sich offensichtlich nicht mehr leisten, ihr Schloss wieder ansprechend instand zu setzen, denn die nächsten Besitzer, die Paulsdorfer, beginnen bald mit der Renovierung. Ein weiteres Indiz für die schlechte Finanzlage der Altrandsberger Herren ist die Tatsache, dass nun die Ramsperger Zug um Zug ihren Besitz verkaufen müssen.

Bereits im selben Jahr, also 1437, wird bzw. muss die Grafschaft Leonsberg an Herzog Albrecht verkauft werden, zwei Jahre später im August 1439 gibt näm­lich Niklas Ramsperger Sitz, Dorf und Hofmark zu Zandt an Friedrich Türlinger von Tür1stein ab. 1441 sieht sich der Edel und Vest Niclas Ramsperger zu Altenramsperg mit einer Schuldenforde­rung von Siegmund Lengenfelder kon­frontiert, weshalb das in diesem Fall zuständige Gericht in Osterhofen ent­scheiden soll. Aber das Urteil bringt nicht das erhoffte Ergebnis, die Revisi­on wird von Herzog Albrecht abgelehnt, und deshalb ergehen Appellationen an das Hofgericht Herzog Heinrichs von Niederbayern und sogar an König Fried­rich 111 .. Die Entscheidung fällt schließ­lich zu Altenramsperg in der Vesten Regenspurger Bistumbs in der grossen Stuben der vesten vor zahlreichen Zeugen.

In der Folgezeit wechseln noch weitere Ramsperger Güter den Besitzer. So veräußert im Mai 1445 Martin Ramsperger einen Hof, da er weder Silber noch Gold besitzt, und Johann, Domherr zu Regensburg, das Eigengut Libenau mit Hofmark und Gericht im Dezember 1446.41 In diesen Jahren wird Hofmarch Eehaft und gerechtigkeit und die guet und gilt mit aller Zugeho­rung nichts ausgenommen zu Mospach '" von Conrad Nußperger zu NewnNußperg ... von den Ramsperger wegen mit recht eingezogen. Vor 1453 werden auch noch der Kagerhof des Hennßl Goppel, Güter im Bereich des Marktes Kötzting, sowie in dem ·Viechtreich der Lotterhof verkauft.

Eine entscheidende Schwächung aller­dings erfährt das Geschlecht der Ramsperger eigentlich schon viel frü­her, nämlich um 1330. Zu dieser Zeit spaltet es sich in zwei Linien auf, was, glaubt man den alten Überlieferungen, auf familiäre Zwistigkeiten zurückzufüh­ren ist. Während Hilprant, Hainrich und Conrat auf dem alten Stammsitz Ramsperch bleiben, gründet Friederich in Sichtweite, um, wie es in der Sage heißt, seinen Brüdern in den Suppen­topf schauen zu können, die höhergele­gene Burg Neuen Ramsperg. Auch sie wird mit erheblichem Aufwand mittels Mauerring, Bergfried sowie Zwingmauer mit vier Halbtürmen zu einer wehrhaften Anlage ausgebaut. Allerdings residieren die Neu-Ramsperger nur etwas über hundert Jahre auf der Burg, denn dann ist es wiederum ein Friedrich, der ihre Geschichte entscheidend beeinflusst. Er macht sich eines Friedensbruches schuldig, da er wahrscheinlich zum Raubritter geworden ist. Diesen Weg gehen im 14. und 15. Jh. zahlreiche Adelige im Bayerischen Wald, weil sie durch die aufkommende Umstellung von der Natural- auf die Geldwirtschaft, den gleichzeitigen Preisverfall der Ag­rarprodukte und den Verlust von Ver­waltungsämtern an gebildete Bürger zusehends verarmen. Überfälle, vor allem auf Kirchengüter und Waren­transporte der Kaufleute, sollen ihnen deshalb helfen, sich über Wasser zu halten.

Solchen Taten aber, wie sie vor allem von den Chamerauern sowie den Neu­hausern bei Schorndorf begangen wor­den sind, dort war das gefürchtetste Raubritternest im Bayerischen Wald, hat die Obrigkeit nicht lange tatenlos zugesehen.

So fällt Friedrich zu Neurandsberg bei Herzog Ernst von Bayern in Ungnade, und von diesem wird Haimeran Heu­raus, ein erfahrener, sowie erfolgreicher Kämpfer während der Hussitenkriege, beauftragt, dem Ramsperger die Veste mit bewaffneter Hand wegzunehmen. Nach durchgeführter Aktion geht die Burg in landesfürstlichen Besitz über, wird von verschiedenen Pflegern ver­waltet, vorübergehend als Staatsge­fängnis für Schwerverbrecher genutzt und schließlich von den Schweden 1633 zerstört.

Die Auflösung der Neuramsperger Herrschaft muss in den Jahren zwi­schen 1430 und 1460 erfolgt sein. Hund schreibt nämlich in seinem Stammbuch davon, dass Herr Fridri­chen Ramspergers Vater/verordnet ein Meß zu Mospach in der Pfarr/bey seiner Gräbnuß zustifften ., .. Sein Sun Herr Friderich/Anno 1433 sollen ins Werck richten.

Während sie also in diesen Jahren noch die Herrschaft innehaben, besuchen am 23. Juni 1461 die Herzöge Johann und Sigmund ihre Veste Neurandsberg, bei Gelegenheit nämlich, als sie im Lande Umritt hielten, um von den Unterthanen die Huldigung zu empfangen.

Nach gut hundert Jahren ist damit also die Herrschaft der Neurandsberger Linie zu Ende gegangen, und dies genau zu der Zeit, als auch die Ramsperger zu Allten Ramsperg größte Schwierigkeiten haben, weshalb gegenseitige Hilfe nicht möglich ist.

Schließlich ist auch Niclas Ramsperger zu Allten Ramsperg gezwungen, wenn auch aufgrund finanzieller Probleme, die Stammburg aufzugeben, die vermut­lich um das Jahr 1455 in den Besitz des Geschlechts der Paulsdorfer gelangt.

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